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Lehrhaus & Liturgie

In den Niederlanden wurde seit dem Krieg an verschiedenen Orten, vor allem in protestantischen Kreisen, das 'Lehrhaus' als Institution einer langen jüdischen Tradition (Beth Hamidrash) praktiziert. In der Synagoge wird nicht nur gefeiert, sondern auch ständig gelernt. Denn man soll wissen, was man feiert und wovon man singt: Schrift und lebendige Tradition. Die ständig drohende Gefahr jeder Liturgie, auch jeder 'schönen' Liturgie, ist, dass sie hohl wird, leer, Hall und Widerhall. In einem Buch über die Kirchengeschichte in den Niederlanden seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil, Twee of drie ('Zwei oder drei'), 1980, schrieb Oosterhuis:
 
'Wo Liturgie fehlt, fällt die Gemeinde auseinander: ohne Bild und Gleichnis und Lied verkümmert die Möglichkeit, sich gegenseitig im Wort der Schrift wiederzuerkennen. Wo das Lehrhaus als selbstständiges Projekt oder wenigstens als Element im Gottesdienst fehlt, fängt die Liturgie an, hohl zu klingen.'
 
Um das Element des Lehrhauses zu fördern, hat Oosterhuis 1980 mit einigen anderen die Stiftung Lehrhaus und Liturgie gegründet, in 2011 aufgenommen in De Nieuwe Liefde ('Die Neue Liebe'). Von da aus werden Bibelkurse, Lehrhäuser und liturgische Kurse organisiert. Eine Zeitschrift wird herausgegeben, erst Werkschrift, seit 1995 ein Monatsbrief und ein Zeitschrift für Religion, Kultur und Politik: Roodkoper und 2011-2014 Nieuwe Liefde magazine. Zusammen mit dem Exegeten Alex van Heusden arbeitet Oosterhuis seit Jahren an einer neuen niederländischen Übersetzung der Bibel. Das alles war sehr fruchtbar für die Liturgie und hat viele neue biblische Lieder hervorgebracht. Programmatisch und beispielhaft dafür ist wohl das:

'Schriftlied'

Musik: Antoine Oomen
Der Chaos schuf zu Menschenland,
der Menschen hier zusammenband,
Er schrieb sein Wort, gegeben
zum Schutz für unser Leben.
Er schrieb uns frei mit eigner Hand.
Schrift, die Menschenursprung schreibt,
Wort, das treu bleibt.

Das Buch, das jeden Namen nennt,
Gesichter, Seelen, Menschen kennt,
die Liebe, so lebendig,
die Liebe so vergänglich,
die Wehn, die nie zu Ende gehn.
Schrift, die Menschentage schreibt,
Licht, das hell bleibt.

Sein unvergänglich Testament:
dass Er uns auch im Tod noch kennt –
die Tage, die wir leben,
auf Tod hin festgeschrieben,
zum ewig Leben hingelenkt.
Schrift, die Menschenzukunft schreibt,
Er, der treu bleibt.

STREAM Eine neue Welt - Internationales Bibelsymposium
27. September 2014: Symposium in De Nieuwe Liefde anlässlich der Veröffentlichung der niederländischen Ausgabe des Buches von Ton Veerkamp, Die Welt anders. Politische Geschichte der Großen Erzählung. Redner: Ton Veerkamp, Huub Oosterhuis, Manuela Kalsky, Ine van den Eynde, Wolfgang Haug, Elke Vandeperre, Frigga Haug und Egbert Rooze.